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Cantica Nova und Visinoisten überzeugten
im Oberbräusaal
Mit Klanggewalt und Mutterwitz Chormusik zelebriert
Holzkirchner Merkur– Dienstag, den 20. Juli 2004, von
Sylvia Ertl
Die Visinoisten und der Holzkirchner Chor Cantica
Nova ergänzten sich beim Konzert im Oberbräusaal glänzend.
Holzkirchen - "Ich freue mich sehr, dass Sie nicht in einem
Biergarten sitzen", begrüßte Katrin Wende-Ehmer
angesichts des schönen und warmen Wetters die Besucher im voll
besetzten Holzkirchner Oberbräusaal. Die Leiterin des Chors
Cantica Nova achtete konzentriert auf harmonische Sangesstücke
der gemischten Gruppe, die erfreulicherweise über viele Mitglieder
verfügt. Und so überraschte es nicht allzu sehr, dass
der Chor über ein gewaltiges Klangvolumen verfügt. Gleich
zu Beginn überzeugten die Sänger die Besucher mit dem
Lied "An hellen Tagen", das dem Konzertabend auch den
Namen gab. Romantisches und Witziges, Lieder und Schlager wurden
den Besuchern versprochen. Und dieses Versprechen konnte der Abend
mehr als halten.
Denn dieses Konzert war gleichzeitig auch ein ungewöhnliches
Gemeinschaftsprojekt. Gemeinsam mit der A-Cappella-Gruppe "Die
Visinoisten" schaffte es der Chor, das Publikum außergewöhnlich
abwechslungsreich zu unterhalten. Bevor jedoch die humorvolle Männergruppe
die Bühne betrat und das Publikum mit ihrem klingenden Witz
und schallenden Humor amüsierte, verzauberten die Sänger
von Cantica Nova mit klangreiner Chormusik. Der Laienchor, der es
sich zur Aufgabe gemacht hat, anspruchsvolle Chormusik auf hohem
Niveau zu singen, konnte dabei voll überzeugen. "Feinslieb,
du hast mich gfangen" und "Tanzen und Springen" von
Hans Leo Hassler waren lebendige Lieder. Diese mittelalterlichen
Melodien waren oft mit Heiterkeit durchzogen. Gleich darauf wurde
auch die Schwermut von Johannes Brahms in die Gesänge mit eingebracht.
Bei "Rosmarin" standen die Männer und Frauenstimmen
in ständigem Wechsel. Die "Waldesnacht" geriet zu
einem harmonischen Ohrenschmaus. Das war ein Erlebnis klassischer
Chormusik.
Dann kamen die "Visinoisten", und sofort wurden die Besucher
aus den romantischen Traumwelten gerissen. Die Gruppe, die ihre
Auftritte als "Eigentherapie" benutzt, begann zwar klassisch
mit dem "Räuberlied" von Franz Schubert, dann jedoch
entpuppte sich der Sprecher und zweite Tenor Richard Eder als wahres
Showtalent. Mit humorvollen Zwischenpassagen führte er die
Anwesenden, die wirklich viel zu lachen hatten, humorvoll in die
folgenden Lieder ein. Die sechsköpfige Gesangestruppe überzeugte
aber auch durch ihre abwechslungsreichen Darbietungen. Auch hier
fehlte natürlich nicht die nötige Portion Humor. So brachten
sie den "Jäger aus Kurpfalz" dar, und auch die traurige
Ballade der "zwei Königskinder", die sie nicht ohne
die Vorwarnung gesungen hatten, doch ein Taschentuch bereit zu halten.
Und schließlich sogar ein Medley aus verschiedenen Kinderfilmen,
wie zum Beispiel Biene Maja, Wickie oder Heidi. Bei "Motorboat",
das sie auf Bayerisch sangen, schnippten die Männer im Takt.
Dieses Konzert machte Spaß und Laune und hatte für jeden
Musikgeschmack etwas dabei. Die Mischung aus Cantica Nova und den
"Visinoisten" ging auf und bewies, dass durchaus auch
zwei völlig verschiedene Musikgruppen gemeinsam ein Konzert
gestalten können. Zurück blieb ein begeistertes Publikum,
das applaudierte.
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