Rudolf Mauersberger (1889 - 1971)

... geboren in Mauersberg/Sachen, studierte am Leipziger Konservatorium und wurde 1914 Organist in Ostpreußen, 1919 in Aachen und 1925 Kantor in Eisennach. Im Jahre 1930 kam er zur berühmten Dresdener Kreuzkirche, wo er mehr als lang den weit über die Grenzen Sachsens bekannten Kreuzchor leitete.

Die Zerstörung Dresdens in der Bombennacht des 13. Februar 1945 war für Rudolf Mauersberger ein tiefer Schock. Auch Mitglieder des Kreuzchores waren Opfer dieser Katastrophe. Die traumatischen Erlebnisse hat Mauersberger nach dem Krieg bis weit in die 1950 Jahre immer wieder mit eigenen Kompositionen thematisiert.

Die Uraufführung der Trauermotette «Wie liegt die Stadt so wüst» fand am 4. August 1945 in den Ruinen der Kreuzkirche statt. Es ist das erste Stück aus dem «Chorzyklus Dresden». Es folgten weitere Werke mit biblischen und zeitgenössischen Texten. Zur erstgenannten Gruppe zählt das «Dresdener Requiem», das in den Jahren 1947/48 entstand und mehrfach ergänzt wurde.

Seit der Wiedereinweihung der Kreuzkirche (am 13. Februar 1955) wird dem Dresdener Requiem die Trauermotette «Wie liegt die Stadt so wüst» vorangestellt und beide Werke durch die tiefe Glocke des Kreuzkirchengeläuts unterlegt. In der Klarheit seiner Mittel besticht der Trauerhymnus nach den Worten der Klagelieder Jeremias durch seine Klangdynamik. Das A capella-Chorwerk wurde zu einer der bedeutesten Kompositionen von Rudolf Mauersberger. Bei Gedenkfeiern, die die Stadt Dresden mit ähnlich betroffenen Städten wie Coventry in England veranstaltet, werden regelmäßig Werke von Mauersberger aufgeführt.