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Sir Charles Villiers Stanford (1852-1924)
... wurde in Dublin als einziger Sohn eines wohlhabenden Rechtsanwalts
geboren. Bereits im Alter von 18 Jahren machte er sich an der Cambridge
University einen Namen und wurde noch vor seiner Graduierung Organist
am Trinity College. Er studierte Komposition in Leipzig bei Carl
Reinecke und später in Berlin bei Friedrich Kiel. Er komponierte
in verschiedensten Musikgattungen, darunter sieben Symphonien, zehn
Opern, fünfzehn konzertante Werke, Kammermusik, Klavier- und
Orgelwerke sowie über dreißig große Chorwerke.
Seine geistliche Musik gilt bis heute als Mitbegründerin der
Anglikanischen Tradition.
Stanford galt vielen seiner Zeitgenossen als wenig origineller
Imitator "Brahmsischer" Musik. Eine nähere Betrachtung
seiner Musik zeigt aber deutlich seine keltischen Wurzeln und seine
Individualität. Auf der von ihm geschaffenen Kombination aus
deutscher und keltischer Tradition konnte die nächste Generation
britischer Komponisten aufbauen. Frederick Hudson schreibt: "Stanfords
Name ist verbunden mit denen von Parry, Parratt, und Elgar in der
englischen Musik des 19. Jahrhunderts. Man kann durchaus behaupten,
dass Stanford den größten Beitrag zu dieser Renaissance
geleistet hat."
Auch wenn wir seine Musik erst jetzt, sechzig Jahre später,
wiederentdecken, war sein Einfluß auf die britische Musikszene
seiner Tage substanziell. Im Jahre 1883 wurde er zum Professor für
Komposition am Royal College of Music berufen. Diese Professur übte
er bis 1923 aus, und er kombinierte diese Rolle mit der des Musikprofessor
an der Universtität Cambridge. Unter seinen Schülern waren
Ralph Vaughan Williams, Gustav Holst, Herbert Howells, Frank Bridge,
George Butterworth, Ernst Moeran, Arthur Bliss und Percy Grainger.
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